An der Fichtenstraße wird der bisherige Uvex-Firmenkomplex in hochwertigen Wohnraum
umgewandelt
FÜRTH – Nachdem sich jahrelang vor allem das Gesicht der
Gegend rund um die ehemalige Darby-Kaserne auffällig
gewandelt hat, wird nun ein Stück der »alten« Südstadt
umgekrempelt: Abbruchbagger entkernen dieser Tage das seit
kurzem verwaiste Uvex-Firmengebäudes in der Fichtenstraße,
hochwertige Eigentumswohnungen sollen dort entstehen.
Anfang Mai sind 90 Mitarbeiter der Uvex-Sparte »Sports«, die
hier seit 1984 für die vom Fürther Weltmarktführer produzierten und in der Südstadt
gelagerten Helme und Skibrillen zuständig waren, an den Standort der Unternehmenszentrale
auf der Hardhöhe umgezogen. Man habe mit dieser Verlagerung den »letzten Schritt einer
langfristig geplanten Zusammenführung der Uvex-Gruppe an einem Standort« vollzogen,
heißt es in einer Pressemitteilung.
Damit war der Weg frei für den Fürther Bauträger P§P. Wie berichtet, willder überaus agile
Spezialist für Denkmal- und Altbausanierungen im Karree zwischen Fichtenstraße,
Ludwigstraße und Benno-Meyer-Straße 69 Wohnungen im ehemaligen Firmenkomplex
schaffen.
Nach Auskunft des zuständigen Architekten Roland Kunzmann sind inzwischen fast alle
Einheiten verkauft, Ende 2010 schon soll dieser erste Bauabschnitt des Projekts unter dem
Namen »City Central 3« fertiggestellt sein. Auf einer Brachfläche gleich nebenan wird dann
bis zum Ende des Jahres 2011 ein Neubau mit 80 bis 90 kleineren Appartements entstehen.
Bewährtes Mittel
Die Voraussetzung für das Vorhaben hatte die Stadt im November geschaffen, indem sie zu
einem bereits bewährten Mittel griff: Das gesamte, reichlich heruntergekommene Quartier
wurde zum Sanierungsgebiet erklärt, um ihm neue Impulse zu geben. Wer hier Wohnraum
erwirbt, der in umgestaltetem altem Gemäuer entstanden ist, wird vom Gesetzgeber
steuerlich begünstigt. Sowohl für Kapitalanleger als auch für Menschen, die selbst einziehen,
wird der Kauf dadurch zum lukrativen Geschäft. Bis zu einem Drittel der Summe zahlt das
Finanzamt zurück.
Die Stadt hofft, dass die Initialzündung für diesen Teil des Fürther Südens gelingt, den
Oberbürgermeister Thomas Jung unlängst bei der Vorstellung der Pläne als
»unterentwickeltes Eck« bezeichnete. Und tatsächlich wird direkt gegenüber ebenfalls
gewerkelt: Eine unschöne Fassade wurde aufgehübscht, an Stelle des ehemaligen
»Alhambra«-Kinos ist ein Neubau vorgesehen. Zudem verhandelt die Firma P&P, inzwischen
an etlichen Stellen Fürths mit ihren Projekten präsent, einen Steinwurf entfernt bereits mit
der evangelischen Kirche. Deren Gemeinde St. Paul will ihr reichlich überdimensioniertes
Zentrum an der Benno-Meyer-Straße abstoßen und fasst einen kleineren Neubau unmittelbar
neben der nahen Kirche ins Auge. Die nächste Spielwiese für Altbausanierer zeichnet sich ab.
Quelle: Fürther Nachrichten, 27.05.2010